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20 Jahre BEBSK e.V. Grußworte zum Jubiläum

Dan Kish

It has come to my attention that 2015 marks the 20th anniversary for Bebsk. I am grateful to contribute a few words to characterize the positive impact that Bebsk has made on its families, and honoured to have been a small part of that impact. In the spring of 2013, I was pleased to conduct a workshop with about two dozen families, organized by Bebsk. The children ranged in age from about 18 months to early teens. The venue was terrific, and the event was well organized. All families were responsive to the instruction they received. Parents backed of and took their hands of their children, and all of the children made progress. Incidents of children striking of on their own initiative to explore and undertake activities while parents hung back and relaxed became common place. It was a wonderful learning and growing opportunity for all involved. Let the next 20 years continue to be fruitful and beneficial.
Daniel Kish

Prof. Dr. med. Hanno J. Bolz

Ich bin Facharzt für Humangenetik, und durch meinen wissenschaftlichen Schwerpunkt im Bereich der neurosenso-
rischen Erkrankungen berate ich häufig Familien, in denen frühkindliche Augenerkrankungen aufgetreten sind. So kam auch der erste Kontakt mit der BEBSK zustande.
Kurz darauf konnte ich im Rahmen eines Vortrags zur Genetik solcher Erkrankungen in Wiesbaden sowie bei nachfolgenden Veranstaltungen viele der in der BEBSK aktiven Familien und ihr beeindruckendes Engagement kennen lernen. Es ist toll, was die BEBSK auf die Beine stellt, nicht nur durch den Austausch zwischen den Eltern und Kindern aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Zusammenschluss von Familien wie im BEBSK ist wichtig, um für Kinder mit seltenen Erkrankungen Verbesserungen zu erreichen. Das Einbeziehen von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen erweitert auch deren Horizont, das kann ich aus eigener Anschauung sagen.
Ich freue mich auf künftige Veranstaltungen und wünsche dem BEBSK weiterhin viel Erfolg!
Prof. Dr. med. Hanno J. Bolz, Zentrum für Humangenetik, Bioscientia, Ingelheim.

Bewegung im Dialog

BEBSK - dieser zunächst nicht selbsterklärende Zungenbrecher braucht längst keine Übersetzung mehr. Er ist durch 20 Jahre Engagement all derer, die sich hier zusammengeschlossen haben, längst zu einer Marke geworden. Und doch lässt sich kaum mit einer Stimme sagen, was sich mit BEBSK e.V. alles verbindet. Wir - das Team von Bewegung im Dialog e.V. - möchten daher unseren Dank für die große Bereicherung, die wir durch Euren immensen Einsatz erfahren, mehrstimmigertönen lassen:
„Wenn ich (Frühförderin) von Eltern oder auch Institutionen und Therapeuten nach weiterführenden Informationen über Kinder mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung und Austausch mit anderen Eltern angefragt werde, dann habe ich es heute leicht, ich sage: nehmen Sie Kontakt mit der BEBSK auf, gehen Sie z.B. auf die Homepage, schauen Sie in die LUPE, wenden Sie sich persönlich an die RegionalvertreterInnen, alle Eltern von blinden Kindern.... Und ich sage: Sie werden begeistert sein!“
„Die Homepage kann man wirklich sehr weiterempfehlen. Die war von Anfang an sympathisch und ist im Laufe der Zeit immer umfangreicher geworden. Sie ist super übersichtlich und total leicht handhabbar, um an viele aktuelle und weiter führende Informationen zu gelangen.“
„Ich inde Die LUPE ist eine wirklich gelungene, sehr informative Vereinszeitung. Die ist nicht nur dicker sondern auch echt professioneller geworden - immer aktuell mit neuesten Infos rund um Blindheit und Sehbeeinträchtigung, und nach meinem Geschmack mit einer guten Balance zwischen hochpersönlichen Berichten und sachlichen Informationen. Und das Lesen macht auch noch Spaß, weil sie schön und ansprechend gestaltet ist.“
„Die Eltern, denen ich begegnet bin, und die bei der BEBSK Mitglied sind, erlebe ich alle sehr engagiert: nicht nur im Sinne der eigenen Familie, auch mit der Weitergabe von hilfreichen Erfahrungen an andere Familien - kleine Tipps, große Erlebnisse, wichtige Infos. Vielleicht macht dieses Mitdenken und Mitfühlen auch die besondere Atmosphäre aus, die man in der BEBSK spürt. Die Trefen sind angenehm familiär, man kennt sich, respektiert sich,
nimmt Anteil aneinander, macht sich Mut, und geht mit viel Offenheit, Verständnis aufeinander zu und miteinander um.“
„Auf unseren Familienkursen trefen sich ja auch immer mal wieder Kinder, die sich von BESBK-Trefen kennen oder miteinander befreundet sind. Wenn sich auf dem letzten Familienkurs dann der große blinde Felix mit dem kleinen blinden Jonas unterhakt, und die beiden gemeinsam losziehen, die fremde Umgebung zu erkunden, dann sind das Momente, die mich tief berühren und in Erinnerung bleiben. In dem Verein wachsen echte Freundschaften. Im wahrsten Sinne: Freunde für’s Leben.“
„In der BEBSK, habe ich den Eindruck, sitzen die Eltern alle in einem Boot und rudern gemeinsam bis Land in Sicht ist! Und wer noch einsteigen will, für den ist längst schon ein Platz frei gehalten worden. Und auch wir kommen regelmäßig vorbeigeschippert und freuen uns, wenn wir gemeinsam auf Entdeckungstour gehen und an neuen Ufern anlanden.“
„Die BEBSK hat sich super entwickelt, aus einem kleinen Verein ist eine große Vereinigung geworden, kein Geheimtipp mehr, sondern rundum bekannt. Die machen echt gute Netzwerkarbeit.“
„Man merkt der BEBSK an: da steckt viel Engagement dahinter und viel Liebe drin!“
Ganz herzliche Glückwünsche zum Jubiläum!

Prof. Dr. Brambring

Herzlichen Glückwunsch zum 20jährigen Jubiläum des Bundesverbandes der Eltern blinder und sehbehinderter Kinder (BEBSK).
Der BEBSK erfüllt wichtige Funktionen, damit Eltern sehgeschädigter Kinder die Herausforderungen, welche sich bei der Erziehung eines blinden oder sehbehinderten Kindes ergeben, besser meistern zu können. Durch die Elternwochenenden erhalten die Eltern Unterstützung und die Möglichkeit, sich mit Gleichbetroffenen über ihre Sorgen und Unsicherheiten bezüglich der Erziehung ihrer Kinder auszutauschen. Dieser Austausch ist von großer
Bedeutung, da Ratschläge von Gleichbetroffenen für Eltern meist authentischer sind als die Informationen von Fachleuten. Aber auch für die sehgeschädigten Kinder und deren Geschwister sind die Elternwochenenden von großem Nutzen. Erstens, weil sie viel Spaß bei den Aktivitäten mit den anderen Kindern und durch das Kinderprogramm haben und zweitens, weil die blinden und sehbehinderten Kinder andere Kinder mit den gleichen Einschränkungen wie sie selber im Alltag erleben. Die Geschwister wiederum „erkennen“, dass sie nicht das einzige Kind mit einem sehgeschädigten Geschwister sind.
Selbstverständlich können solche Elterntrefen auch belastend sein, wenn die Eltern erkennen, dass ihr Kind im Vergleich zu anderen blinden oder sehbehinderten Kindern in ihrer Entwicklung deutlich zurückgeblieben ist und stärkere Verhaltensaufälligkeiten als andere Kinder zeigt. Trotz dieser möglichen Belastungen schöpfen die Eltern in der Regel aus den Wochenenden neue Energien und Ideen, sich den besonderen Herausforderungen ihrer Elternschaft zu stellen.
Die Herausforderungen sind vielfältig und bei jedem Kind und bei jeder Familie unterschiedlich. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die fast alle Familien betrefen:
Kindererziehung generell ist eine langwierige und komplexe Angelegenheit. Eltern sehender Kinder verfügen jedoch im Gegensatz zu Eltern mit sehgeschädigten Kindern über viele Informationsmöglichkeiten, welche ihnen diese Aufgabe erleichtert. Beispielsweise basiert die Erziehung von sehenden Kindern für junge Eltern auf dem Wissen, wie man selber als Kind erzogen worden ist. Zwar gibt es von Generation zu Generation gewisse Abweichungen im Erziehungsstil, aber die Mehrzahl der Erziehungsprinzipien wird übernommen. Eltern blinder und sehbehinderter Kinder erkennen jedoch sehr schnell, dass die „traditionellen“ Erziehungsmethoden bei ihrem Kind nur bedingt anzuwenden sind, was zu einer starken Verunsicherung - vor allem in der Anfangszeit - führen kann. Eltern sehender Kinder erhalten viele Informationen durch die Medien - sei es Zeitschriften, Fernsehen, etc. -, die sich mit kindlichen Erziehungsproblemen beschäftigen. Für Eltern blinder und sehbehinderter Kinder gibt es nur wenige deutschsprachige Literatur, durch welche sie Ratschläge für ihre Erziehung erhalten. Eine weitere wichtige Informationsquelle für Eltern sehender Kinder ist der Vergleich mit anderen Kindern gleichen Alters, Geschlechts und Entwicklungsstandes – sei es bei der Beobachtung auf dem Spielplatz, beim Spiel mit Freunden, imKindergarten oder bei sonstigen Gelegenheiten. Diese Informationsmöglichkeit ist für Eltern sehgeschädigte Kinder nur begrenzt gegeben, da meist kein vergleichbares sehgeschädigtes Kind in der Nachbarschaft wohnt. Schließlich informieren sich Eltern sehender Kinder über die kindliche Entwicklung durch Gespräche mit anderen Personen, vor allem mit jungen Eltern gleichaltriger Kinder. Diese Möglichkeit ist für Eltern sehgeschädigter Kinder aus dem gesagten Grund nur begrenzt vorhanden, da in der Nachbarschaft keine anderen Eltern mit einem sehgeschädigten Kind leben.
Die Wochenenden des Bundesverbandes bieten für die beiden letztgenannten Schwierigkeiten von Eltern sehgeschädigter Kinder einen gewissen Ausgleich ihres Informationsdefizites, da sie die Gelegenheit erhalten, sich mit gleichbetrofenen Eltern zu treffen. Die Probleme und Erziehungsfragen von Eltern sehgeschädigter Kinder sind bei jedem Kind und bei jeder Familie unterschiedlich. Sie zentrieren sich aber um einige wesentliche Themen:
Nach der Diagnose der Sehschädigung erleben in der Regel fast alle Eltern eine traumatische Phase, welche langfristig dauern kann. Partner, Familie und Freunde können helfen, über diesen Schmerz hinweg zu kommen.
Eltern blinder und sehbehinderter Kinder sind anfänglich sehr verunsichert, welche Entwicklungsfertigkeiten sie von ihrem Kind in welchem Lebensalter erwarten können. Zwar kennen auch Eltern sehender Kinder nur wenige Entwicklungsmeilensteine, z.B. dass Kinder Ende des 1. Lebensjahres laufen und sprechen lernen oder mit. 2 – 3 Jahren sauber werden, aber sie haben immer die Möglichkeit, die Entwicklung ihres Kindes mit anderen gleichaltrigen Kinder zu vergleichen. Eltern blinder und sehbehinderter Kinder ahnen sehr früh, dass sie die Entwicklung ihres Kindes nicht mit der Entwicklung sehender Kinder vergleichen können. Beispielsweise ist es
ganz normal, dass ein blindes Kind erst nach dem 18. Lebensmonat anfängt, frei zu laufen oder eine deutliche Verzögerung im korrekten Gebrauch des Löffels zeigt. Durch die Minderung bzw. das Fehlen des für den Menschen wichtigsten Sinnesorgans sind mit Entwicklungsverzögerungen bei blinden und sehbehinderten Kindern zu rechnen. Diese Aussage gilt vor allem für die frühkindliche Entwicklung, da in diesem Lebensabschnitt die Entwicklungsbereiche eng miteinander verzahnt sind. Erst gegen Ende des Vorschulalters entwickeln sich die
Entwicklungsbereiche unabhängig voneinander, so dass sehgeschädigte Kinder in den vom Gesichtssinn weniger betroffenen Entwicklungsbereichen – Sprache, Intelligenz, Sozialverhalten und Persönlichkeit - zu sehenden Kinder aufholen können.
Schon im Schulalter sind in diesen Bereichen nur noch geringe Unterschiede zwischen einfachbehinderten blinden und sehbehinderten Kindern und sehenden Kindern beobachtbar. In anderen Lebensbereichen ergeben sich jedoch durch die Sehschädigung lebenslange Schwierigkeiten. Dazu gehört der Erwerb räumlicher Orientierungsleistungen, der koordinierten Fortbewegung und der lebenspraktischen Fertigkeiten. Für die Minderung dieser Schwierigkeiten sind spezielle Förderprogramme wie das Orientierungs- und Mobilitätstraining und das Training für lebenspraktische Fertigkeiten entwickelt worden.
Eine weitere drängende Frage aller Eltern mit blinden und sehbehinderten Kindern bezieht sich darauf, durch welche Aktivitäten, Spielmaterialien und Bücher sie die Entwicklung ihrer Kinder fördern können. Die Fachleute der Frühförderung können den Eltern in diesem Punkt wertvolle Ratschläge und Tipps geben. Aber auch die Wochenenden des Bundesverbandes stellen eine hervorragende „Informationsbörse“ dar, indem die Eltern sich untereinander austauschen können, welche Freizeitaktivitäten, Spiele und Spielmaterialien sowie Bücher für ihre Kinder geeignet sind. Außerdem gibt es auf den Wochenenden des Bundesverbandes jeweils Ausstellungen von Herstellern für Spielmaterialien für sehgeschädigte Kinder. Bei allen Elterngesprächen auf den Wochenenden des Bundesverbandes ergab sich sehr schnell das Thema Verhaltensauffälligkeiten. Eltern selber, aber noch mehr
die soziale Umwelt, sind „verwirrt“ über die häuigen Verhaltensaufälligkeiten sehgeschädigter Kinder. Innerhalb der Gruppe sehgeschädigter Kinder sind die mehrfachbehinderten Kinder mit einer zusätzlichen hirnorganischen Schädigung am stärksten betroffen. Blindgeborene Kinder wiederum zeigen in der Regel deutlich mehr Verhaltensaufälligkeiten als sehbehinderte Kinder, bei denen das Ausmaß der Aufälligkeiten vielfach mit dem sehender Kinder vergleichbar ist. Die heute gängige psychologische Erklärung für das Auftreten von Verhaltenproblemen bei Kindern besagt, dass das Risiko für eine Verhaltensaufälligkeit zunimmt, wenn sich über eine längere Zeitspanne kindliche Fähigkeiten und Anforderungen der Umwelt in einem Ungleichgewicht befinden, d.h. Kinder über längere Zeit überfordert werden. Aus dieser Theorie lässt sich ableiten, dass bei Kindern mit einer Beeinträchtigung – nicht nur bei sehgeschädigten Kindern - ein höheres Risiko für Verhaltensaufälligkeiten besteht. Es lassen sich sehr unterschiedliche Ver-haltensaufälligkeiten bei sehgeschädigten Kindern beobachten, z.B. im Kleinkindalter Fütterungs- und Schlafprobleme, wobei letztere auch noch im Vorschulalter auftreten können. Ebenfalls schon im Kleinkindalter können Tastabwehr bzw. Tastscheu bei Berührung oder panikartige Schreckrektionen bei lauten, schrillen Geräuschen beobachtet werden. Im Kindergartenalter klagen Erzieherinnen häufig über das eingeschränkte Spiel blinder Kinder mit den sehenden Gleichaltrigen, ihre Eigenbezogenheit und das Klammern an eine Erzieherin. Im Sprachbereich verunsichert Eltern die bei blinden Kindern häufiger zu beobachtende echolalische Sprache. Stereotypien wie Augenbohren oder -drücken, Schaukeln mit dem Oberkörper, Hüpfen, mit den Fingern schnipsen, sind die weitaus häuigste Verhaltensaufälligkeit bei sehgeschädigten Kindern. Diese Besonderheit ist so häuig, dass sie bei fast allen blinden Kindern und bei vielen sehbehinderten Kindern für eine gewisse Zeitperiode beobachtbar sind. Die stereotypen Verhaltensweisen beginnen häufig im 2. Lebensjahr, sie können vorübergehend sein, aber auch bis ins Schul- oder Jugendalter andauern. Meist bemerken die Eltern, aber leider auch die Fachleute der Frühförderung, die Entstehung der stereotypen Muster zu spät, da sie sich auf andere, wichtige Entwicklungsaufgaben wie das Laufen lernen oder die Anleitung zum Spiel konzentrieren. Langandauernde Stereotypien, die stark belastend für das Kind und die Familie sind, lassen sich durch Maßnahmen zur Verhaltensänderung mindern. Eine solche Maßnahme sollte jedoch nur unter Anleitung eines ausgebildeten Psychologen durchgeführt werden. In den unten aufgeführten Literaturempfehlungen werden für den interessierten
Leser genauere Informationen zu den genannten Aspekten gegeben.Die Erziehung eines sehgeschädigten Kindes stellt die Eltern vor viele Herausforderungen. Vielen Eltern gelingt es, diese Herausforderung partnerschaftlich, mit Hilfe der Familie, den Fachleuten der Frühförderung und auch durch die Elternwochenenden des Bundesverbandes zu meistern. Ich hoffe, dass sich immer wieder Eltern finden werden, welche die aufwändige Organisation solcher Elternwochenenden zum Nutzen aller Familien mit blinden und sehbehinderten Kindern übernehmen.

Literatur:
Brambring, M. (1993, 2000). "Lehrstunden" eines blinden Kindes. Entwicklung und Frühförderung in den ersten Lebensjahren. München, Reinhardt.
Brambring, M. (1999). Beobachtungsbögen und Entwicklungsdaten der Bielefelder Längsschnittstudie. Würzburg, edition bentheim.
Brambring, M. (2004). Angeborene Blindheit und hochgradige Sehbehinderung.Knaurs Handbuch Familie. W. E. Fthenakis and M. R. Textor. München, Knaur Ratgeber Verlage: 403-410.
Brambring, M. (2005). "Divergente Entwicklung blinder und sehender Kinder in vier Entwicklungsbereichen." Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie 37(4): 173-183.

Frühförderung Wiesbaden

n der frühen Förderung von Kindern mit Blindheit oder Sehbehinderung, in der Gestaltung ihrer Teilhabe im sozialen Raum sowie in der früh einsetzenden Beratung und Begleitung von Eltern berühren sich die Betätigungsfelder der speziellen Frühförderung und der BEBSK. Die BEBSK hat sich als wichtiger Baustein im Netzwerk von Blinden- und Sehbehindertenverbänden, sinnesspeziisch ausgerichteten Schulen und Bildungsinstitutionen, Beratungsstellen und Einrichtungen, die mit sehbehinderten oder blinden Kindern und Jugendlichen spielen, leben, lernen und arbeiten, etabliert. Inzwischenwerden auch Erwachsene angesprochen. Die authentische Verwirklichung von Inklusion ist ein primäres gemeinsames Ziel. Ähnlich wie in einem individuellen Lebenslauf bis zum 20.Geburtstag, so hat auch die
BEBSK eine facettenreiche biographische Entwicklung durchlaufen:
Was Beratung, Fortbildung, fachlichen Austausch, rechtliche Unterstützung und Vernetzung angeht, ist sie mittlerweile als Selbsthilfegruppe breit aufgestellt. Es gibt die ehrenamtliche Regionalvertretungen und Regionaltrefen, aber auch überregionale Organisationsstrukturen. Es wurde ein für die Betrofenen überaus attraktives Angebot strukturiert und entwickelt. Das offene Kontaktangebot zeigt sich unkompliziert und niedrigschwellig. Die Publikationen sind impulsierend und in einladender Weise gestaltet. Neben der Mund-zu-Mund-Propaganda ist der Zugang zur BEBSK auch über das Internet möglich und damit auch für Familien aus der Frühförderung wegen seiner leichten Zugänglichkeit ausgesprochen hilfreich. An wichtigen Schaltstellen wie Augenkliniken, SPZs, Frühförderstellen, Gesundheitsämtern, Beratungsstellen etc. sind die aktuellen Flyer zu finden. In diesem Sinn ist auch die LUPE ein wichtiges Organ, andere auf die Vielfalt der Angebote der BEBSK aufmerksam zu machen. Finden sich hierin doch auch immer wieder aktuelle medizinische oder rechtliche Informationen, aber auch Erlebnisberichte und Photographien, die Freude und Spaß während der gemeinsamen Aktivitäten darstellen und sichtbar machen.
Wir wünschen der BEBSK, auch weiterhin immer bekannter zu werden! Wir als sinnesspeziische Frühförderstelle wissen, wie wichtig es ist, nicht nur zufällig gefunden zu werden, sondern zur rechten Zeit und systematisch. Dies kann den entscheidenden Unterschied ausmachen! Es gibt eine Schnittmenge in der Arbeit der Frühberatungsstellen mit der BEBSK:
Für die Eltern von sehbehinderten und blinden Kindern ist es sehr wertvoll, bereichernd und anregend, anderen Eltern mit ähnlichen Fragen und Erfahrungen zu begegnen und sich auszutauschen. Dieser persönliche Teil der Erfahrung stellt eine Ebene dar, die seitens der Fachstellen bei allem Engagement, aller Erfahrung, allem Wissen und gutem Willen nicht abgedeckt werden kann. Somit ist die BEBSK für einige „unserer“ Familien empfehlenswert und unverzichtbar - einfach nicht mehr wegzudenken.
Mit neuen Anforderungen gerade auch im Bereich Inklusion wird das Wissen und die Erfahrung der BEBSK auch weiterhin unbedingt gebraucht. Es wäre wünschenswert, wenn die BEBSK auch auf politischer Ebene noch mehr als wichtiger Partner wahrgenommen würde. Sie kann den Anliegen und Interessen der Kinder mit Sehbehinderung
oder Blindheit und ihren Familien eine Stimme verleihen und positive Lösungen und Regelungen gestalten - auch über die Grenzen der einzelnen Bundesländer hinweg. Die steigende Zahl der aufgenommenen Familien bestätigt ihre Arbeit und zeigt dies eindrücklich. In diesem Sinne „Dankeschön“ für die geleistete und alle guten Wünsche für die zukünftige Arbeit! Interdisziplinäre Frühberatungsstelle für Kinder mit Blindheit oder Sehbehinderung.
Wir gratulieren der BEBSK zum 20-jährigen Bestehen und wünschen uns auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit! Wiesbaden
Andrea Wittgen (Dipl.Soz.Päd.,O&M-Trainerin/Rehalehrerin) & Christiane Köhn-Altenburg (Dipl.Päd.,begl.Fachdienst)

Reiner Delgado

Meine Eltern hatten keine Selbsthilfe

Als ich zwei Jahre alt war, wurde bei mir RP festgestellt, eine fortschreitende, nicht behandelbare Augenkrankheit. Wie meine Eltern damals damit klarkamen, weiß ich gar nicht. Jedenfalls gab es damals keine Selbsthilfeorganisation für Eltern von sehbehinderten Kindern. Warum haben ausgerechnet wir ein behindertes Kind bekommen? Müssen wir es anders behandeln als seine Geschwister? Was können wir ihm zumuten und was dürfen wir ihm zutrauen? Sollten wir noch einen weiteren Arzt aufsuchen? Wo gibt es hilfreiche Tipps? Mit solchen Fragen standen meine Eltern Anfang der 70er Jahre allein da.
Jetzt bin ich erwachsen und engagiere mich in mehreren Selbsthilfeorganisationen. Ich inde es wichtig, dass blinde und sehbehinderte Menschen sich miteinander für ein möglichst selbstbestimmtes Leben einsetzen. Sie müssen ihre Situation und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. 
Aber bis sie das können, haben sie Eltern, die sich darum bemühen, dass ihr Kind so normal und gut aufwachsen kann, wie möglich. Und auch dafür brauchen Eltern eine Selbsthilfeorganisation.
Ich inde es sehr wichtig, das Eltern sich austauschen können, das sie einander Tipps geben, trösten und Mut machen, zusammen für ihre Kinder kämpfen und miteinander als Familien Spaß haben. So lernen auch die Kinder, warum Selbsthilfe sowichtig ist.
Seit etwa zehn Jahren arbeite ich für den DBSV mit der BEBSK zusammen - vor allem bisher mit Marion Böttcher - mal locker, mal intensiver. Diese Zusammenarbeit fand ich immer sehr angenehm und konstruktiv. Sie bringt der BEBSK und dem DBSV Vorteile. Als großer Verband können wir die BEBSK unterstützen und bekommen andererseits Kontakt zu Kindern und können uns in der Interessenvertretung auf die Kooperation mit den Eltern berufen.
Ich freue mich auf unsere kommenden gemeinsamen Aktivitäten und Projekte für Kinder mit Seheinschränkung und für ihre Eltern.
Liebe BeBSK-Mitglieder, alles Gute zum Geburtstag!

Segelverein Bodensee

Liebe Jubilare!
Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum.
Wie ich aus Eurer Internetpräsentation ersehen kann, bietet Ihr ein unglaublich breitgefächertes Angebot an. Dies ist sehr beeindruckend und zeugt von unglaublichem Engagement.
So findet man außer den Beratungsschwerpunkten, die Inklusion, diverse Workshops und Fachvorträgen auch unzählige andere Aktivitäten zu den unterschiedlichsten Themen.
Es ist uns eine Freude, dass Ihr zu dem reichhaltigen Programm unser Segelangebot mit aufgenommen habt.
Wir freuen uns schon wieder auf das gemeinsame Vorhaben in diesem Sommer und wünschen Euch für Eure weitere Zukunft alles Gute und viel Erfolg.
Im Namen der Vorstandschaft
Erna Benz-Mersch
2. Vorsitzende Integrativer Segelverein Bodensee e.V. -Internet: www.isbodensee.de -E-Mail: isbodensee@webde

Hessisches Landesmuseum

Museum Wiesbaden, den 27.02.15 Liebe Eltern, Liebes Redaktionsteam der „Lupe“.
Für mich als Museumspädagogen war es eine unglaubliche Bereicherung zu erleben, mit welcher Hingabe und Gründlichkeit Ihre Kinder in den naturhistorischen Räumen des Museum Wiesbaden Tierpräparate betastet, befühlt und mit der Nase erkundet, und auch mit welcher Ausdauer sie den dargebotenen Tierstimmen gelauscht haben.
Durch Ihren/ Euren Besuch letztes Jahr im Juli habt Ihr uns Museumsleuten die „Augen dafür geöfnet“, dass dieses Erleben eigentlich für jeden Besucher eine wichtige Erfahrung sein sollte, wenn das Hinhören, das Be-greifen und Riechen nicht verkümmern soll – ganz im Sinne einer ganzheitlichen und multiperspektivischen Erfahrung von Welt. Nur wenn sich sinnliches Erleben mit kognitivem Lernen paart, lässt sich Wissen tiefer verankern!
Danke für diese wichtigen Impulse, die wir nun im Begrif sind in unserer tägliche Vermittlungsarbeit aufzunehmen.
Mein Respekt vor Ihrem nun 20 Jahre lang geleisteten Engagement, eine Stimme für blinde und sehbehinderter Kinder zu sein!
Ihnen allen wünsche ich weiterhin den langen Atem, und die Unterstützung, die Sie benötigen, um Ihre Arbeit mit hoffentlich noch breiterer Wirkung in die Gesellschaft hinein fortsetzen zu können.

Daniel Altzweig
Bildung und Vermittlung Museum Wiesbaden

Martin Park - Gymnasiallehrer

Liebe Freundinnen und Freunde der Lupe, liebe Eltern, liebe Kinder.

Im Mai letzten Jahres hatte ich Gelegenheit, im Rahmen eines Vortrags, Ihren Verein, Ihre beeindruckende Arbeit und Ihre aufgeschlossenen und hoch engagierten Mitglieder und vor allem Euch, liebe Kinder, einmal etwas näher kennenzulernen.
Ich möchte Sie und Euch, indem ich diese Zeilen für die Lupe schreibe, noch einmal jene Grundhaltung bestärken, die ich schon, im Rahmen der kurzen Einblicke, die ich erhaschen konnte, in all Ihrem / Eurem Tun, in all dem, was ihr gesagt und Sie, liebe Eltern, sich zum Ziel gesetzt haben,wahrgenommen habe, nämlich die Grundhaltung, das nichts unmöglich und vieles möglich ist. Trotzdem müssen vor allem Sie, liebe Eltern, leider allzu oft noch enorme Kraftanstrengungen unternehmen, um für Ihr Kind das zu erreichen, was Deutschland mit der UN-BehindertenrechtsKonvention zwar ratiiziert, jedoch lange noch nicht umgesetzt hat, nämlich eine adäquate Teilhabe an der Gesellschaft. Zwar sind wir hier schon ein Stück des Weges gegangen, der größte Teil allerdings liegt hier noch vor uns. Die Arbeit, die hierfür zu tun ist, ist leicht beschrieben und schwer umzusetzen, nämlich Verhältnisse zu schafen, in denen unsere Kinder die Chance auf Teilhabe erhalten, ohne dass Überbehütung oder Abgrenzung aus Folge des Bestrebens einer optimal gedachten Förderung unsere Kinder behindern. Wer Kinder im Umgang mit Kameraden beobachtet, die „anders“ sind, wird oft schnell ein hohes Maß an natürlicher Gelassenheit und Pragmatik inden. Leider wird diese Natürlichkeit bei mangelndem Kontakt mit Heterogenen Kindergruppen den sogenannten „normalen“ Kindern regelrecht aberzogen, ein Defizit, das unsere Kinder wieder durch hohen persönlichen Einsatz und viel Geduld kompensieren müssen. Bei diesem ermüdenden Kampf, den wir leider immer noch oft zu kämpfen gezwungen werden und bei all dem Bemühen, unsere Kinder für ihr späteres Leben und die spezifischen Herausforderungen zu wappnen, möchte ich Ihnen noch durch zwei banal anmutende, aber beruhigende Beobachtungen, die ich als Lehrer am Gymnasium gemacht habe, Mut machen:
1. Diejenigen Kinder von Eltern, die,alle Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt bekommen, von außen gesehen alle
Möglichkeiten haben und deren Eltern stets für sogenannte optimale Bedingungen streiten, scheitern oft an der Ihnen dadurch anerzogenen Bequemlichkeit, oder am Druck, den die Eltern mit so einem Verhalten subtil auf das Kind ausüben und
2. Kinder, die in irgendeiner Form anders sind als die breite Masse, bewegen oft mehr im Leben, und haben auch oft eine gefestigtere Persönlichkeit durch dieses „anderssein“, wovon sie in höchstem Maße profitieren.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Kraft, Erfolg und Freude mit und an Ihren Kindern.
Es grüßt Sie herzlich
Martin Park - (Schlossgymnasium Kirchheim-Teck)

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